Eine P12-Datei, auch bekannt als PKCS #12-Datei, ist ein binäres Format, das zur Speicherung von Kryptographieobjekten als einzelne Datei verwendet wird. Sie wird primär dazu genutzt, einen privaten Schlüssel mit seinem entsprechenden öffentlichen Schlüsselzertifikat und allen Zwischenzertifikaten in der Vertrauenskette zu bündeln. Dieses Format basiert auf den Public-Key Cryptography Standards (PKCS), die von RSA Laboratories entwickelt wurden. P12-Dateien werden üblicherweise zum Exportieren und Importieren von Zertifikaten und privaten Schlüsseln zwischen verschiedenen Systemen verwendet, wie Webservern, E-Mail-Clients und Betriebssystemen. Da sie sensible private Schlüssel enthalten, werden P12-Dateien typischerweise verschlüsselt und mit einem Passwort geschützt, um die Sicherheit während der Übertragung oder Speicherung zu gewährleisten. Sie sind funktional äquivalent zum .PFX (Personal Information Exchange) Format, das in Microsoft-Umgebungen verwendet wird. Gängige Anwendungsfälle umfassen die Einrichtung von SSL/TLS für Websites, die digitale Signierung von Dokumenten und die Authentifizierung von Benutzern in sicheren Netzwerken oder VPNs. Das Format ermöglicht die sichere Portabilität von Identitätsinformationen über verschiedene Plattformen und Anwendungen hinweg. Es ist ein Standardformat, das von großen Webbrowsern wie Chrome, Firefox und Safari weitgehend für die clientseitige Zertifikatsauthentifizierung unterstützt wird, wodurch sichergestellt wird, dass sensible Anmeldeinformationen sicher zwischen Softwareumgebungen verschoben werden können.