Das CIN-Dateiformat, kurz für Cineon, wurde ursprünglich von Kodak Anfang der 1990er Jahre entwickelt, um das erste vollständig integrierte digitale Mastering-System für Kinofilm zu unterstützen. Es handelt sich um ein Rastergrafikformat, das speziell dafür konzipiert wurde, gescannte Filmbilder in einer digitalen Umgebung darzustellen. Das Format verwendet ein 10-Bit-logarithmisches Kodierungsschema, das darauf abzielt, die Dichtecharakteristiken des physischen Filmmaterials abzubilden. Dies ermöglicht es der Datei, einen hohen Dynamikumfang und einen weiten Farbraum zu bewahren, wodurch Details in Lichtern und Schatten erfasst werden, die bei Standard-8-Bit- oder linearen Formaten typischerweise verloren gehen würden. Jede CIN-Datei repräsentiert in der Regel einen einzelnen Frame eines Films. Obwohl das ursprüngliche Cineon-Hardware-System schließlich eingestellt wurde, wurde das CIN-Format viele Jahre lang zum Industriestandard für visuelle Effekte, Compositing und Digital Intermediate Workflows. Es diente als direkter technischer Vorläufer des SMPTE DPX-Formats, das heute gebräuchlicher ist. Trotz seines Alters werden CIN-Dateien immer noch in älteren Filmarchiven und spezifischen High-End-Postproduktions-Pipelines angetroffen, wo die Beibehaltung der ursprünglichen logarithmischen Filmdaten für präzises Color Grading und Restaurierung erforderlich ist.